München 3. November 2004

Sehr geehrter Herr Maislinger,

im Oktober habe ich am 2. Georg-Rendl-Symposion in St. Georgen teilgenommen. Da ich schon früher wieder abreisen musste, ergab sich kein persönliches Gespräch.

Deshalb möchte ich Ihnen auf diesem Weg zu der gelungenen Veranstaltung gratulieren, die für meine Arbeit Anregungen in vielfacher Hinsicht vermittelte, auch wenn ich nichts mit den aktuellen Problemen der Berufungspastoral zu tun habe.

Sie sprachen mehrmals von Forschungen, die sie in sozialwissenschaftlicher Hinsicht seit längerem zu der angesprochenen Thematik betreiben. Sind diese bereits (teilweise) publiziert oder ist eine Publikation beabsichtigt, die ihre Arbeit auch für die übrige „scientific community“ nutzbar macht? Oder wird es vielleicht sogar eine Art Ergebnisband zur Tagung geben?

Zwei Hinweise möchte ich noch geben, die Ihnen möglicherweise hilfreich sind:

1. Auf der Tagung wurde in einer Diskussion mit Bezug auf den Bericht eines Zeitzeugen die These geäußert, dass der Wehrdienst/ Kriegsdienst in der NS-Zeit möglicherweise junge Männer vom Priesterberuf abgebracht haben könnte. Mir fiel dieser Tage wieder ein, dass ich ähnliches schon einmal gehört habe und ich habe in meinen Unterlagen nachgesehen: Am 18.2.1942 verfügte das OKW (soweit ich mich erinnere auf Initiative Görings), dass Studierende der Theologie bzw. Geistliche nicht mehr zu Offiziersanwärtern befördert werden dürfen. Daraufhin sind wohl etliche Studierende aus den Seminarien ausgetreten, um befördert werden zu können. (Der Erlass im Wortlaut zitiert bei: Ludwig Volk, Akten Kardinal Michael von Faulhabers, Bd. II, S. 923, Anm.1, näheres auch bei Johannes Güsgen, Die Katholische Militärseelsorge in Deutschland zwischen 1918 und 1945, Köln 1980, S. 453f.)

2. Zum ganzen Themenkomplex „Berufung, Motive der Priesterberufswahl“ etc. gibt es eine m.E. zumindest aus historischer Sicht hervorragende Schweizer Studie auf empirischer Basis aus den 50er Jahren, vielleicht kennen Sie das Buch bereits: Jakob Crottogini, Werden und Krise der Priesterberufs. Eine psychologisch-pädagogische Untersuchung über den Priesternachwuchs in verschiedenen Ländern Europas, Einsiedeln 1955.

Beste Grüße

Thomas Forstner

Thomas Forstner M.A.
Wiss. Mitarbeiter / Projektleiter
Erzbischöfliches Ordinariat München
Referat Kirchenrecht
Rochusstraße 5-7
80333 München
fon: 0049/ (0)89/ 2137-1562
fax: 0049/ (0)89/ 2137-1475
mail: tforstner@ordinariat-muenchen.de



 
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